Glyphosat und Erosion

Servus Zusammen,

das Thema Glyphosat wird ja schön langsam zum Dauerbrenner und von einigen Parteien auch als Wahlkampfthema verwendet. Natürlich ist es einfach, die Gesellschaft gegen eine Chemikalie, welche in unserer Umwelt angewandt wird aufzuhetzen. Noch dazu, wenn man jedes mal Stichwörter wie „krebserregend“ oder „Insektentot“ damit verbindet.

Bei der ganzen Diskussion um einen Stoff, der nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen als ungefährlich eingestuft wird, und so ehrlich muss man sein, wird ganz häufig vergessen wieso die Landwirtschaft Herbizide auch zum Schutz der Gesellschaft braucht!

Im letzten Jahr hatten wir im Landkreis Passau, also im tertiären Hügelland, mit schweren Niederschlagsereignissen zu kämpfen. Damit waren natürlich viele Erosionsereignisse, gerade bei Reihenkulturen (Mais, Zuckerrübe, Soja, usw.) verbunden. Ich denke viele von Euch haben die Bilder noch vor Augen. Wirksamster Schutz gegen Erosion in Reihenkuturen sind der Zwichenfruchtanbau in Verbindung mit Direktsaaten. Also nur minimale Bodenbearbeitung, um den wertvollen Ackerboden zu schützen. Um hier der Verunkrautung entgegenzuwirken sind wirksame Herbizide eine geeignete Maßnahme, denn ganz ohne Unkraut- und Ungras Unterdrückung geht es dann leider doch noch nicht. Genau hier bietet ein Breitbandherbizid wie Glyphosat viele Möglichkeiten. Ein Verbot des Stoffes würde im ersten Schritt dazu führen, dass die Landwirtschaft auf wesentlich aufwendigere Wirkstoffkombinationen zurückgreifen muss um den selben Effekt zu erreichen.  Werden auch diese eingeschränkt kann entweder nur noch mit mechanischen Mitteln eine Unkrautunterdrückung durchgeführt werden, was natürlich wieder eine Lockerung des Bodens mit sich bringt, also die Erosionsgefahr steigert, oder wir müssen den Anbau von Reihenkulturen in der Region einstellen!????

Und dann muss ich mich als Landwirt schon mal fragen wie ich meine Brötchen in Zukunft verdienen will!?? An der Stelle fehlen mir leider noch die Antworten all derer, die nichts anderes wollen als ein unbedingtes Verbot.

Mein Vorschlag wäre Kompromisse eingehen! Wie ich´s im Video auch anspreche, werden Insekten nicht von Herbiziden direkt, sondern indirekt in Form von Lebensraumverlust verdrängt. Hier müssen wir meiner Meinung nach ansetzten und nach vernünftigen Lösungen suchen, welche auch für die Menschen auf dem Land, die ihr Einkommen aus der Landwirtschaft erwirtschaften, praktikabel umgesetzt werden können und finanziell ausgeglichen werden! Umweltschutz kann nicht nur auf dem Rücken der Landwirtschaft ausgetragen werden!!!

Ich bitte Euch daher im ein bisschen mehr Verständnis und Vertrauen in unsere Landwirtschaft! Auch wir Landwirte wollen eine intakte Umwelt um uns herum!

Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Viele Grüße.

Georg Mayerhofer

Latest Comments

  1. Wayne Schlegel sagt:

    Nicht nur, dass der hiesige Landwirt in unseren Breitengraden seine Brötchen vernünftig verdienen soll und muss, sondern global betrachtet die aktuelle Weltbevölkerung auch ernährt werden will und natürlich auch soll. Das funktioniert in diesem Ausmass erst seit der grünen Revolution mit effektiven mechanischen und chemischen Hilfsmitteln. Dass dabei das Gesamtoptimum nicht aus den Augen verloren werden darf, versteht sich von selbst.
    Mir schwillt regelmässig der Kamm bei Kommentaren und politischer Einflussnahme der „Gegner von Allem“. Wir betreiben dann ein Grün-Staatlich-Überwachtes Naturschutzreservat und importieren unsere E605 Weisswürste aus China. Prima.
    Danke für diese realistische Stellungnahme und diesen Blog ! Hoffentlich wird er auch in München und Berlin gelesen 😉

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  2. Anton sagt:

    Die Aufforderung zum Dialog begrüße ich sehr. Denn nur im Miteinander werden sich langfristig tragbare Lösungen finden lassen.
    Speziell zum Thema Glyphosat möchte ich zu Bedenken geben, dass in unserer Region (Brandenburg) oft weniger differenziert gewirtschaftet wird. Aufgrund der Flurbereinigungsmaßnahmen in den 70-er und 80-er Jahren sind bei uns riesige Schläge entstanden. Das Gelände hat – außer im Bereich der Endmoränen – wenn überhaupt kaum nennenswerte Hangneigungen. Doch auch wenn die Felder nicht mit Reihenkulturen bestellt werden, erfolgt häufig der großflächige Einsatz von Glyphosat. Insofern besteht aus Gründen des Erosionsschutzes keine Notwendigkeit, die chemische Bekämpfung einer mechanischen Bearbeitung vorzuziehen. Bei unseren Schlaggrößen gelangen auf diese Weise enorme Mengen Pflanzenschutzmittel in die Umwelt. Nicht der wohl überlegte Einsatz ist also das Problem, sondern, dass Glyphosat in einigen Regionen die Regel zu sein scheint.

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