Düngung 1. Teil

Grundlage einer bedarfsgerechten Stickstoff (N)-Düngung

1. Was ist Stickstoff:

Stickstoff (N) ist ein Pflanzennährstoff. Er kommt in großen Mengen in unseren Ackerböden in Form von Humus vor. Organisch gebunden, also im Humus ist er jedoch nicht für die Pflanzen als Nährstoff verfügbar und in der Form auch nicht umweltrelevant. Wird er jedoch von Mikroorganismen mineralisiert, d.h. Humus wird in seine einzelnen Bestandteile abgebaut, entstehen die Nährstoffionen in mineralischer Form. Somit liegt Stickstoff als Nitrat (NO3-) oder als Ammonium (NH4+) im Boden vor. Diese Umwandlungsprozesse erfolgen zu jeder Zeit, sind jedoch in ihrer Umwandlungsgeschwindigkeit von der Bodentemperatur und damit der Mikrobenaktivität abhängig.

2. Warum ist Stickstoff als Pflanzennährstoff so entscheidend:

Stickstoff ist der Nährstoff, der von den Pflanzen am meisten aufgenommen wird. Ein Hektar Silomais enzieht dem Boden beispielsweise 240 kg Stickstoff. Außerdem hat Sticksoff den größten Ertrags- und Qualitätseinfluss auf unsere Nutzpflanzen. Er ist quasi als Regulativ im konventionellen Pflanzenbau zu verstehen.

3. Was ist das Problem am Stickstoff:

Das Problem liegt an der negativen Ladung des Nitrations (NO3-). Positiv geladenen Nährstoffionen können sich gut an Bodenkolloide (Tonminerale oder Humistoffe) anlagern, da diese negative Oberflächen besitzen. Somit ist Nitrat im Boden sehr beweglich, weil sich negative Oberflächen abstoßen, und verlagert sich durch Sickerwasser leicht nach unten. Dieser Vorgang wird im Pflanzenbau als Auswaschung bezeichnet.

4. Wie kann man Auswaschung entgegenwirken:

Auswaschung ist ein natürlicher Prozess, er kann nicht zur Gänze verhindert werden. Die Nährstoffmenge, welche ausgewaschen wird ist jedoch von der hauptsächlich im Herbst, also nach der Hauptvegetation, im Boden vorliegenden Menge an Nitratstickstoff abhängig. Somit gilt es für die Landwirte nach der Ernte der Hauptfrucht nur noch geringe Nährstoffmengen auf´s Feld zu verbringen. Außerdem nehmen Winterzwischenfrüchte den im Boden vorhandenen Stickstoff auf und binden ihn organisch, so wird die Auswaschung wirksam eingedämmt.

5. Stickstoffbedarfsermittlung im Frühjahr

Um eine bedarfsgerechte Düngung durchzuführen sollte der mineralische Stickstoffgehalt im Boden untersucht werden (siehe Video). Dieser Gehalt wird dann der eigentlich zum Vegetationsbeginn nötigen Stickstoffmenge für die jeweilige Pflanzenart abgezogen. Hierbei werden für bestimmte Einflussfaktoren noch Zu-und Abschläge gemacht. Wer sich dafür interessiert, kann sich folgende Untersuchung mit Düngungsempfehlung genauer ansehen.

Nmin Untersuchung

6. Unterschied zum Ökolandbau:

Auch die Pflanzen auf ökologisch geführten Betrieben brauchen Stickstoff in mineralischer Form. Da diesen Betrieben jedoch keine Mineraldünger zur Verfügung stehen müssen sie sich auf die Umsetzung aus der Humusfraktion im Boden beschränken. Somit wir Humus zur entscheidenden Einflussgröße dieser Bewirtschaftungsform.

Noch Fragen??? Falls ja, ich freue mich über Eure Beiträge und Kommentare! Falls es Euch gefällt, lasst mir mal ein „Like“ da! — Vielen Dank!

Viele Grüße

Georg Mayerhofer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s